Geschichte(n) aus der südlichsten Region Deutschlands
Peter Hutter
192 Seiten, gebunden,
Format: 17,5 x 24,5 cm
ISBN 978-3-86037-401-6
Eine amüsante wie geistreiche Geschichtensammlung aus dem Allgäu. Lesenswert auf für Nichthistoriker.
Der Autor erinnert an den seinerzeit legendären Allgäuer Jäger Leo Dorn. Seinen Titel „Adlerkönig“ verlieh Dorn sich selbst – nachdem er 50 Steinadler abgeschossen hatte. Eine Abschussprämie von bis zu 100 Mark war die Ursache für die (bewusste) Ausrottung der Raubvögel. Nebenbei: Die Adler wurden nicht nur mit der Flinte abgeschossen sondern auch von Nesträubern bedroht. Das Plündern der Nester war
allerdings sehr gefährlich und wurde als aufregender Sport betrieben – oftmals unter dem tosenden Beifall einer zuschauenden Menge.
Hutter widmet sich dem Allgäuer Käse in einer unerwarteten Facette: Der Käseschmuggel erreichte ab 1918 seinen Höhepunkt und lockte Menschen aus ganz Süddeutschland ins Allgäu. Immerhin war Käse in Deutschland Mangelware und fast unbezahlbar. Wer beim Schmuggeln ertappt wurde, musste unter Umständen für mehrere Monate ins Gefängnis, ein Risiko welches offenbar viele in Kauf nahmen.
Zu guter Letzt wird die Geschichte eines geschichtsinteressierten Bürgermeister von Kempten erzählt, der keine Bedenken hatte, historische Gebäude der Stadt abzureißen und an ihrer Stelle Gedenksteine aufstellen zu lassen, die waren im Unterhalt wesentlich günstiger.
In 14 Kapiteln, verteilt auf 196 Seiten mit zahlreichen Bildern hinterlegt, gelingt dem Autor mit diesem Buch eine spannende Zeitreise, und beweist: Das Oberallgäu zeichnet sich nach wie vor durch eine besondere Verbundenheit der Bewohner zu Natur und Heimat aus.